Presse Kritiken - Berichte

Kritik in: "ÖSTERREICH"

Saisonfinale mit den Impropheten

Horror, Arbeitsamt und Sommercocktail

Zwerchfell erschütternde Improvisationen:

Die Linzer Theatersportler verabschiedeten sich in die Sommerpause

Linz. Ach ist das schön: Horror trifft auf Horvath. Bezeichnenderweise spielt der Horror auf dem Arbeitsamt, hier werden Menschen von den Monstern sprichwörtlich verspeist, harr, harr!
Die zweite Gruppe kontert im gemeinsamen Spiel mit Ödön von Horvath. Gesellschaftliches Elend und Kritik an sozialen Missständen, ganz nach Art des Meisters:
Der Mann sagt nach bedeutungsschwangerer Pause zur Frau: "Von der Lieb´ allein kannst net leben."
Nur eine köstliche Szene beim Saisonfinale der Impropheten, am Freitag im Linzer Posthof. Gewissermaßen Haustruppe der Kulturstätte, servierten die Linzer Theatersportler ihren Fans einen Sommer-Impro-Cocktail de luxe.
Das mundete im saunaähnlich, gut gefüllten Kleinen Saal vorzüglich: Je vier gegen vier traten zum internen Match an, das Publikum gab wie gewohnt die Themen vor.
Wir haben wieder viel gelernt. Wie lernen Zicke und perfekter Hausmann einander lieben? Am besten mit dem Hinweis: " Du hast da ein Staubflankerl!" - Da capo, Fortsetzung folgt Ende September. (pic)


Christian Pichler schrieb in "Österreich":

Witziger Theatersport im "Posthof"

Auch ein Geistlicher braucht Zuwendung

Die Linzer "Impropheten" matchten sich mit den Salzburger "Artischocken"

Linz. Kollektives Katholentrauma? - Das Publikum forderte am Freitag im Linzer Posthof beharrlich das Thema Pfarrer/Pfarrersköchin ein.
Zweiter Hauptwunsch an diesem Abend: die Mobiltelefoniererei. Wie begrüßt also der von Seitenblicken und -sprüngen gestresste Pfarrer am Handy seine Köchin? - "Gegrüßet seist du Maria".
Freundschaftsmatch der Posthof-Truppe Impropheten versus die Salzburger Art!schocken: Mit 10:9 entschieden die Impropheten die Partie arschknapp für sich.
Ausschlaggebender Pluspunkt des Linzer Trios war ein quicklebendiger Matthias Schloßgangl, der den begehrenden Hüter des einzig wahren Glaubens ebenso witzig spielte wie den autoritären Papa eines lesbischen Töchterchens.
Bissig. Viele lustige Szenen (…) Das Publikum forderte Zugaben und lernte anhand der Impro-Oper "Ludmilla oder Bello beißt" fürs Leben: Hunde, die beißen, bellen nicht.


 

 

Kritik der Posthof- Show "Die Impropheten - Die Single- Agentur", erschienen in der Tageszeitung "ÖSTERREICH"

Liebe ist, wenn der Nasendreck schmeckt

Hochbetrieb in der Single- Agentur "Amore": Saisonstart der Impropheten im Linzer Posthof

von Christian Pichler

Der Fleischhauer- Meister will nicht länger nacktes Fleisch malträtieren. Die gestrenge Russin ("Setzen!") kippt den Alk runter wie nichts und befiehlt sofort! Sex! Mit möglichst vielen Partnern!
Oder die sensible Agentur- Chefin, die andauernd an und in der eigenen Nase herumfummelt. Gott Amor sei Dank, sie trifft einen Tierarzt, der ihre Leidenschaft teilt. Hatschi! Da sausen die Nasenrammeln nur so durch die Luft. Klingt seltsam? Klingt nach Impro- Theater. Die Impropheten, Haustruppe des Linzer Posthofs, startete daselbst am Freitag die Saison.
Einsame Herzen. Einzige, neue Vorgabe, innerhalb derer improvisiert wird: eine Partnervermittlungsagentur, vom Publikum sinnigerweise mit dem Namen "Amore" versehen. Die Impropheten, hervorragend eingespielt, hohes Tempo, Zeiten- und Perspektivenwechsel inklusive. Die erste Hälfte gut, die zweite höchst vergnüglich. (…)

 


Interview mit Andrea Schnitt von den Impropheten in der LINZER RUNDSCHAU

Sport im Kopf

Trend Theatersport: Schauspieler müssen auf Zurufe des Publikums reagieren.

Linz. Seit zwei Jahren leitet die Schauspielerin Andrea Schnitt die Linzer Theatersportgruppe "Die Impropheten". Was beim Theatersport der Sport ist, erklärte sie Herbert Schorn.

Frau Schnitt, wie macht man Theatersport? Turnen Sie auf der Bühne?
AS: Das kann schon vorkommen, wenn es das Publikum so will. Es hat auch schon Balletteinlagen von vollschlanken Herren gegeben.

Was ist das Sportliche am Theatersport?
AS: Der Sport ist das, was im Kopf passiert. Theatersport bedeutet, flexibel, spontan, drehbar zu denken. Das ist wie Gehirn- Stretching.

Ist Ihnen das herkömmliche Theater fad geworden?
AS:Ich hab den Theatersport kurz nach meiner Schauspiel- Ausbildung kennen gelernt. Ich war sprachlos, denn das warf alles, was mir jahrelang in der Schauspielausbildung eingetrichtert worden war, über den Haufen. Es hatte aber genau mit dem zu tun, warum ich den Beruf ergriffen hatte.

Nämlich womit?
AS:Ich habe als Schauspielerin im Theater oft das Gefühl, dass der kreative Mensch komplett austauschbar ist. Es geht um pompöse Bühnenbilder, Musik, Kostüme, die Regisseure. Aber wo bleibt da der Schauspieler? Beim Theatersport gibt es kein Buch, keine Regie, keine Ausstattung. Da steht der Schauspieler im Mittelpunkt.

Theatersport lebt von den Zuschauern, die den Schauspielern Anweisungen geben. Wie ist das Linzer Publikum?
AS:Sehr aktiv. Es ist auf sehr jung. Das Durchschnittsalter liegt bei 17 Jahren.

Das ist wirklich jung.
AS:Theatersport nimmt die Hemmschwelle zum Theater, macht insofern Kulturarbeit.

Wie bereiten sich die Schauspieler auf die Auftritte vor?
AS:Wir trainieren Formate, Regeln, Verhaltensweisen. Eine Regel ist etwa, dass man nur miteinander spielen kann. Man muss immer aufeinander achten. Leute, die sich in den Vordergrund drängen oder andere schlecht machen, haben beim Publikum sofort schlechte Karten.

Was machen Sie…

…wenn Ihnen nichts mehr einfällt?
AS:Ich sage das laut und deutlich. Glauben Sie mir, die Zuschauer zerkugeln sich.

…wenn der Partner plötzlich nichts mehr sage?
AS:Ich frage ihn, warum er plötzlich nichts mehr sagt.

…wenn der Partner nicht versteht, worauf Sie hinauswollen?
AS:Loslassen und schauen, worauf er hinauswill.




www.dieimpropheten.at